• Primarschule go home

    Hamburg ist "weltoffen" (klar, hat 'n Hafen), "tolerant" (klar, hat 'n schwulen Bürgermeister) und "fortschrittlich" (klar, hat die erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene). Aber die Toleranz und Fortschrittlichkeit der Hamburger wurde bereits mit dem ersten großen Vorhaben der CDU/Grüne-Koalition weit überdehnt. Eigentlich sollte ab dem Schuljahr 2010/2011 das Lieblingsprojekt der grün-alternativen Bildung, die Primarschule, starten.

    Was allerdings noch vorher starten wird, ist der Volksentscheid darüber, ob denn die Hamburger eine egalitäre Erziehung ("eine Schule für alle" bis einschl. 6. Klasse) überhaupt wollen. Die Antwort wurde bereits bei der Unterschriftensammlung zum Volksbegehren gegeben: dreimal so vile Unterschriften wie nötig wurden gesammelt. An dieser Mobilisierung läßt sich ablesen, daß den Hamburgern, soweit sie zur bürgerlichen Klientel gehören, das ideologische Herumpfuschen der Grünen am Schulsystem gehörig auf die Nerven geht.

    Wenn eine Christa Goetsch (Grüne) so ignorant ist und die Kampagne "Wir wollen lernen" als "dumpfen Populismus" bezeichnet, als was sieht sie dann ihre eigene Kampagne? Wodurch wird ihre Heilserwartung an die gemeinsame Schulbildung der Meist-, Minder- und Unbemittelten gedeckt? Durch gar nichts als linkes Wunschdenken. Heterogene Gruppen sind pädagogisch nicht handhabbar, je gemischter, desto schlimmer wird es. Exponentiell schlimmer! ("Exponentiell" ist leider wieder nur den Gymnasiasten verständlich).

    Lehrer sollen dem Unfug mit Hilfe von "Gruppenunterricht" gerecht werden. Das heißt, die Begriffstutzigen kriegen leichte Aufgaben, und der Lehrer steht daneben und paukt ein, während die Besseren sich selber helfen und die Allerbesten sich langweilen, weil sie es eh schon können. Dies passiert alles parallel in einem Raum, wo sich ein Durcheinander epischen Ausmaßes breitmacht. Das dürfte der Horror jedes Referendars werden, das schwöre ich. Die einklassige Volksschule aus alter Preußenzeit läßt grüßen.

    Und wenn man eh gezwungen ist, dem Leistungsvermögen entsprechende Gruppen im Klassenraum zu bilden, warum kann man dann nicht gleich jede Gruppe einer entsprechenden Schule mit passendem Anforderungsprofil zuordnen??

    Das wäre wohl zu einfach für die Weltsicht aller Linken, deren Credo stets lautet: "Es kann nicht sein, was nicht sein darf!". Die Anwendung auf das Bildungssystem dürfen Gymnasiasten und Akademiker jetzt selbst machen, der Rest geht bitte "TV Total" glotzen. Übrigens ist es bezeichnend, daß nun nicht etwa von den Gesellschaftsingenieuren linksgrüner Provenienz darauf verzichtet würde, die "Reform" umzusetzen, nein, man möchte das jetzt einfach "besser kommunizieren" - das Volk nochmal so richtig gehirnwaschen.

    Christa und Ole knobeln die beste Volksverarschungs erziehungsstrategie aus

    goetsch von beust politiker hamburg schulreform

  • Rätselbild

    Wer kann mir verraten, welchem Zweck diese hölzernen Artefakte einst dienten? Heute haben sie nur noch musealen Wert...

    hözernes gerät rätselbild skulptur

    Update: Bisher noch kein brauchbarer Vorschlag. Es hat was mit Wasser zu tun, damals, als es noch keinen Strom gab.

  • Klassentreffen II

    Passbild curriculum vitae abitur kartentext Lili

    Hier sieht man, wie Lilli sich ihr Leben vorgestellt hat, als sie noch ganz jung, aber schon nicht mehr ganz ungebildet war. Outfit und Aussehen deuten eiegntlich überhaupt nicht auf einen mütterlichen Typ hin, dennoch hat sie sich ganz vorrangig Gedanken um die Kinderzahl gemacht. Aber die Alternativen "sechs oder gar keins" sind natürlich etwas extrem, offen gestanden. Mal schauen, was daraus geworden ist.

    Ten years after...

    Lilli Postkarte Biografie

    Lilli fügt kein Foto mehr bei - hat sich wohl kein gutes gefunden. Statt sechs Kindern wurden es leider nur sechs Umzüge. Vom Studium kein Wort, vom Reichwerden kein Wort - aber immerhin ist jetzt Jörgie am Start und damit schon mal die Basis für Kinder gelegt. Wenn Mutti weiterhin ein Auge darauf hat, kann hier eine vielversprechende Familiengründung angepeilt werden. Fazit: Pläne nur sehr unvollständig erfüllt - oder Informationsdefizit.

  • Klassentreffen I

    Die einen mögen es, die anderen hassen es: Klassentreffen. Bereits 5 Jahre nach Auflösung der trauten Schülergemeinschaft können es die meisten nicht mehr erwarten, sich wiederzusehen und olle Kamellen aufzuwärmen. Das wiederholt sich dann im 10-Jahres-Turnus. Und immer gibt es einige, die abgetaucht sind und sich der nostalgischen Verbrüderung entziehen.

    Entweder die ganz Erfolgreichen, oder die komplett Gescheiterten. Meist letztere.

    Gymnasiasten sind ja schon etwas älter und stellen sich der Zukunft vergleichweise reflektierter. Zumindest denke ich das - trotzdem ist es verblüffend, welche Unterschiede in der Herangehensweise ans Leben und an die Zukunftsgestaltung es gibt. Nachdem ich selbst mittlerweile auf ein halbes Leben zurückblicke und weidlich Zeit (und Grund) zum Reflektieren hatte (was ich allerdings lieber meinem physischen Tagebuch vorbehalte!), interessiert es mich brennend, wie andere junge Deutsche ihr Leben in den Griff bekamen - oder auch nicht.

    Einen kitzekleinen, aber feinen soziologische Querschnitt ermöglicht die Idee einer Gymnasialklasse, die 199X ihren Abschluß "baute". Man sammelte von jedem (der sich nicht verweigerte) eine Karte ein, worauf die individuellen Zukunftspläne verzeichnet sein sollten. Die Bandbreite in Stil und Inhalt ist riesig. Und noch besser ist es, daß 10 Jahre danach, 200X, die gesamte Klasse erneut um eine solche Karte mit einem Rückblick auf das bisherige Leben gebeten wurde. 90% haben geantwortet, eine gute Quote. Diese Blätter ergeben ein recht interessantes, virtuelles Klassentreffen.

    P.S.: Ich selbst habe schon seit 1998 kein Klassentreffen mehr besucht. Aus oben genannten Gründen.

    Dieser Schüler hat noch keine persönliche Schreibschrift ausgeprägt. Auch deutsche Sprache liegt ihm nicht sonderlich ("indem" statt "in dem"). Er hängt dem Traum eines Lebens mit Freiräumen an. Ob er es wirklich zum Archäologen brachte, ist nicht bekannt - er tauchte ab und nicht wieder auf. Seltsam erscheint diese End-70s-Frisur, während wir 199X schreiben.

    Schülerschrift Lebensplanung Passbild vintage 90s

  • Container im Kongo

    Heute als Reminiszenz an ein langes Telefongespräch nur ein Link zu einem schönen und informativen Text über die verschlungenen "Wirtschafts"-Pfade, die ein Container ab Anlandung im Hafen von Matadi zurücklegt. Man kann diesem Text sicher noch einige schwärzere Facetten beifügen, wenn man Bürgerkrieg und Rebellenarmeen mit einbezieht. Aber auch so ergibt sich die Konsequenz, daß Entwicklungshilfe in Afrika nicht funktionieren kann. Hier entlang:

    Das ganze Land - ein Dilemma

    (via Don Alphonso)

    Das ist das Containerschiff "MS Napoli", ein Opfer des Sturmes "Kyrill"

    ms napoli containerschiff schlagseite unfall kyrill wrack

    Nicht alle Container wurden so offiziell geborgen - es gab auch feines Strandgut!

    Napoli Container Ship Wrecked near coast

  • Schwierige Entscheidung

    Gerade bin ich durch Zufall (wieder) auf das Gruppenblog "Fotowettbewerb" gestoßen. Kürzlich war der Bloggerkollege GeraldS (einer der Top-Fotografen der Plattform) in den Endausscheid vorgedrungen und bat um kräftige Unterstützung. Er wurde dann wohl Zweiter oder Dritter.

    Nun habe ich mir dasselbe vorgenommen. Und das, ohne überhaupt einen Namen dort zu haben. Nun, egal, was zählt, ist das überzeugende Motiv, das auch überzeugend rüberkommt. Das Motto lautet diesmal "Stilleben", und der Zufall will es, daß ich was Passendes im Portfolio habe - vor allem auch jahreszeitlich passend.

    Nun gibt es aber einige Varianten von meinem Motiv, und ich weiß nicht, mit welcher ich antreten soll. Da kommt ihr ins Spiel. Ich veranstalte hier einen Vorausscheid, und ihr dürft für das Bild eurer Wahl abstimmen. Mal schauen, was dabei rauskommt! Die Bildnumerierung wird zeilenweise von links nach rechts gezählt.

    Dreckspatz verstaubter Weihnachtsmann auf ThekeFlaschengeist im roten MantelNahaufnahme Weihnachtsmann Santa Claus Porträt spinnweben verdrecktPuppen Weihnachtsmann im Abseitssanta claus mini weihnachtsmann kleine puppe im müll thrash schrottNahaufnahme Weihnachtsmann Santa Claus Porträt spinnweben verdreckt

    Nun bin ich gespannt, was ihr dazu meint. Und ich widme diesen Weihnachtsmann dem berühmten GeraldS zum Geburtstag. Mögest du nie so einstauben!


    onetwomax

  • Wort zum Donnerstag

    "Inside every cynical person, there is a disappointed idealist."

    "Im Inneren jedes zynischen Menschen steckt ein enttäuschter Idealist."

    Ich halte das für äußerst zutreffend. Ist auf mich recht gut anwendbar. Was bleibt noch zu schreiben? Nach Jahren der Entbehrungen vor abgenutzten alten Bildröhren habe ich nun (ganz spontan) ein TFT an die GraKa gehängt. Leider zieht das Folgekosten nach sich, denn die GraKa ist auch alt und kann die native Auflösung nicht!! Also muß eine bessere GraKa her, was ja kein Problem ist, denn keinen PC.Komponente wird bei Ebay schneller umgeschlagen als diese. Doch wer blickt bei den unendliche vielen Modellen noch durch? Was ist besser, was ist schlechter, was ist ganz schlecht? Da hilft es ungemein, auf die Chartsliste der Grafikkarten zurückgreifen zu können, wo sie alle nach ihrer Leistung geordnet sind. Die beste ist derzeit die GeForce GTX 295.

    Und hier noch der Beweis, daß ich einst in Berlin war und den gänzlich unzynischen Android belästigt habe...

    flash und android mauerpark

  • Robert Enke - tot

    Auch Fußballstars sind keine Übermenschen. Wenn es hinter den Kulissen, im Privatleben, Tiefschläge gibt, dann reagiert jeder anders. Manche sind hart und robust, die kommen drüber weg. Andere sind sensibel, verletzlich, machen sich Gedanken. Sebastian Deisler war so einer. Man mag es nicht glauben, aber auch ein junger Fußballstar kann Depressionen haben. Erfolg und Starrummel schützen nicht davor, im Gegenteil.

    Mit 27 hat Deisler die Notbremse gezogen und seine Karriere beendet. Kaum einer im Fußballgeschäft konnte ihn verstehen. Hohe, ja riesige Erwartungen wurden enttäuscht. Aber das kann einem Menschen egal sein, denn es geht um sein Leben, und Sebastian Deisler hat getan, was er tun mußte. (Hier kann man ein langes Interview lesen, in dem er die Hintergründe seiner Depressionen beschreibt.)

    robert enke torwart national team hannover96 selbstmordsebastian deisler bayern münchen fussball soccer depressionen

    Auch Robert Enke war sensibel, war nicht robust und knallhart. Und auch er mußte Tiefschläge wegstecken. Es ist nicht leicht, den Verlust des eigenen Kindes zu verkraften. Und berufliche Rückschlöge wegen Verletzungen können zermürbend sein. Robert Enke ist weit radikaler ausgestiegen als Sebastian Deisler: er hat sich heute abend vor einen Zug geworfen. Zu diesem Schritt bedarf es massivster Verzweiflung, was auf einen weiteren schweren Tiefschlag in Enkes Leben hindeutet. Vermutlich werden wir es in den nächsten Tagen erfahren, was ihn dazu bewogen hat. Tat er auch, was er tun mußte??

    Für die Mitmenschen ist es allerdings schwer erträglich, jemanden so zu verlieren. Warum konnte Enke den Moment der Verzweiflung nicht überwinden? Wäre es ihm vielleicht besser gegangen, hätte er Sebastian Deislers Buch "Zurück ins Leben" gelesen? Vielleicht hat er es sogar gelesen, wer weiß. Für Deisler führt ein Weg ins Leben zurück, für Robert Enke nicht mehr. Ein großer und tragischer Verlust für seine Frau und seine Tochter, aber auch für seine Vereinskameraden und Fans.

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen von Privatpersonen, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.