Ich war leider mit einer kaputten Tastatur gehandicapt (und diese hier ist wirklich ein Elend!) - aber nun bin ich wieder schreibfähig (wenn auch krank).

Zu Kerner und dem Skandal sag ich nichts weiter. Mich erfreut es aber tierisch, wenn ich landauf, landab in jedem Forum und in hunderten von Kommentaren die Volksmeinung lese. Es herrscht Einhelligkeit in der Verurteilung der beschämenden Hexenjagd. Ich habe mir einige schöne Kommentare abgespeichert, hier ein einziger (von SPON), das reicht:

Eins ist schon seit dem "Eva-Prinzip" deutlich geworden. Mit den nachdenkenswerten Thesen von Frau Herman will sich unsere Gesellschaft nicht befassen. Eines der reichsten Länder der Erde proklamiert lieber, dass man sich in Deutschland keine Kinder leisten kann. Komisch nur, dass gerade die Armen in Deutschland die Kinder bekommen. Wenn bei denen noch keins verhungert ist, dann sollte das bei den Reichen doch auch finanzierbar sein. Wenn allerdings alle Kariere machen wollen, dann ist halt kein Platz merh für Kinder. Solange Deutschland darüber nicht diskutieren und nicht im Wohlstand gestört werden will, solange müssen Frauen wie Eva Herman, die die "tolle" Familienpolitik von Frau von der Leyen in Frage stellen, in die braune Ecke geschoben werden.

Die Leute lasen sich nicht verarschen. Schon gar nicht, seit es Internet gibt. Ich schiebe noch einen Beitrag nach, und ens steht fest: Dieses Blog unterstützt Eva Herman. Jetzt erst recht.

Ein Schmankerl auch die "Rezensionen" auf Amazon. Das Buch schlägt phantastisch ein...!

Oh, sorry, aber diese kleine Analyse hab ich mir mal eben von Amazon geklaut, konnte ich mir nicht verwehren:

"ihre Ansicht zu Punkt 3) sollte nicht unwidersprochen bleiben.
Kerner ist beileibe kein Nazi. Aber er hat Eva Herman "öffentlich hingerichtet". Dieser Ansicht ist übrigens die "Welt online". Da ich jetzt einfach einmal annehme, dass er sein Handwerk versteht, muss man ihm Absicht unterstellen. Zu diesem Handwerk gehört, dass normalerweise immer mindestens zwei Personen zu einem Standpunkt eingeladen sind. Bei Kerner sah das ganz anders aus. Da war auf der einen Seite Frau Herman, auf der anderen Seite vier (!) Gäste, die eindeutig die Gegenseite vertraten. Letztendlich schlug sich der Moderator, der, wie der Name schon sagt, moderieren sollte, auch noch auf die Seite der Mehrheit. Ein atemberaubender Kunstfehler! Fünf gegen Frau Herman - eine wahrhaft heldenhafte Leistung, die Dame völlig auflaufen zu lassen.
Ich unterstelle Kerner Absicht, denn, wie gesagt, er ist ein Profi und er hat ganz genau gewusst, wie sich dieses Gespräch entwickeln könnte.
Und so hat er schließlich auch das erreicht, was beabsichtigt war: sich mit unbequemen Ansichten nicht auseinanderzusetzen, sondern sie in eine bestimmte Ecke zu stellen. Und wenn Frau Herman partout nicht in diese Ecke will, dann muss man sie eben hineintragen - mit vereinter Medienmacht von ARD und ZDF und ausgesuchten Vertretern der Schicki-Micki-Betroffenheitsmafia. Seltsam eigentlich, dass die Schreinemakers nicht auch noch geheult hat."

Und diese hier ist noch besser:

Lieber Herr Dienstbier,
Sie verteidigen die von gewissen Kreisen initiierte öffentliche Verurteilung von Frau Herman, indem Sie sie Frau Herman gleich in verschiedene Ecken stellen.

1. In die Ecke, in der die Dummchen stehen, die von Nationalsozialismus keine Ahnung haben und unsachgemäße Vergleiche ziehen, um sich damit zu diskreditieren. Dabei hat Frau Herman ursprünglich gar nichts Unrechtes gesagt. In einer frei gehaltenen Rede, deshalb grammatikalisch und stilistisch unsauber, hat Sie lediglich auf ein Familienbild hingewiesen, das einerseits von den Nazis und später dann auch von den 68-ern pervertiert worden ist. Einen Zusammenhang Nationalsozialismus - erhaltenswerte Werte hat dann erst das Hamburger Abendblatt hergestellt mit einem Zitat, das keines war. Allen anderen Medienvertretern, die bei der Buchvorstellung dabei waren, ist dieses vermeintliche Zitat gar nicht aufgefallen. Nichtdestotrotz wurde es später von fast allen Zeitungen als Zitat von Frau Herman kolportiert. Meine Frage: Wieso verlassen sich die anwesenden Journalisten nicht auf ihre eigene Urteilsfähigkeit? Und weshalb wird kurz danach eine Hetzjagd auf eine Frau veranstaltet, die ganz offensichtlich nicht den politischen mainstream vertritt? Eben weil sie nicht den politischen mainstream vertritt!!

2. In die Ecke, in denen die Unverbesserlichen stehen. Jetzt hat man Frau Herman doch kollektiv-medial nachgewiesen, dass sie ein Dummchen ist. Sie aber ist störrisch, wehrt sich, klagt gegen die Kündigung, besteht darauf, falsch zitiert worden zu sein. Das ist ihr großer Fehler. Die Hetzjagd verschärft sich. Die Faschismus-Keule wird herausgeholt und kräftig draufgedroschen. Alle kennen plötzlich das Familienbild der Nazis und alle sind überzeugt, das Frau Herman dieses Familienbild verteidigt. Ihr Engagement gegen Neonazismus - lediglich ein Schutzmäntelchen.

Jetzt kommt die 3. Ecke, die Hinrichtungsecke. Wer in der ersten und zweiten Ecke nicht kuscht, kommt in Genuss der medialen Gerichtsbarkeit. Da wird ein Fernsehgericht initiiert und, dass es die Angeklagte nicht so schnell merkt, als Talk-Show getarnt. Dort sieht sich die Angeklagte einer Phalanx von Anklägern gegenüber - Verteidiger gibt es keine. Man wartet nur auf eines, eine Entschuldigung. Frau Herman soll sich für etwas entschuldigen, was sie so nicht gesagt und nicht gemeint hat. Aber sie bleibt störrisch. Immer und immer wieder baut ihr der Richter Brücken zur Entschuldigung - umsonst. Dann wird Frau Herman rausgeschmissen - Richter Kerner hat sein Urteil gefällt. Die "Welt" nennt das eine "öffentliche Hinrichtung".

Dieses Fersehtribunal war mit Gutmenschen besetzt, die auf nichts anderes aus waren, als ihr Gutmenschentum zu bestärken und die Angeklagte als dumme, irregeleitete, geschichtslose, verstockte, uneinsichtige Blondine bloßzustellen. Und wehe, wenn dann der Angeklagten angesichts dieser Gegenmacht ein falsches Wort, ein falsches Beispiel, ein falscher Ausdruck, eine holprige Argumentation rausrutscht - sofort blitzen die argumentativen Messer, fahren die mahnenden Finger hoch: Schon wieder politisch unkorrekt.
Glauben Sie wirklich, Herr Dienstbier, dass Frau Herman auch nur den Hauch einer Chance gehabt hat? Entweder Erniedrigung (und nichts anderes ist es, wenn man sich für etwas entschuldigt, das man gar nicht getan hat)oder politische Hinrichtung.

Und dann kommt die 4. Ecke, aus der heraus Sie, Herr Dienstbier, argumentieren: Man demontiert die gerade Geschasste noch weiter, demütigt sie und nimmt ihr argumentativ die Würde, erklärt zudem ihren Verteidigern, dass sie keinen Deut besser sind als die Verurteilte (also schnell in die 1. Ecke mit ihnen).

Übrigens stört mich der Ausdruck "verdammen". Man sollte Menschen nicht verdammen, sondern ihnen zuhören, sie richtig zitieren, ihnen ein faires Podium bieten - und dann von mir aus ein Urteil fällen. Man sollte ihnen nicht von Vorneherein den Boden unter den Füßen wegziehen wegen etwas, das im Hirn eines Abendblatt-Journalisten entstanden ist.
In einem demokratischen Staat wünsche ich mir Menschlichkeit, Fairness und die Einhaltung gewisser Anstandsregeln. Was Kerner und Konsorten machen ist dagegen üble Heuchelei.

Amen dazu!